Mineralstoffe und Spurenelemente
Kalium: der wichtigste Elektrolyt in unseren Zellen
Kalium hält zusammen mit Natrium den Wasserhaushalt und die elektrische Spannung an den Zellmembranen im Gleichgewicht. Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte liefern viel davon. Gefährlich werden zu niedrige oder zu hohe Werte vor allem bei Krankheiten und Medikamenten.
Steckbrief Kalium
- Elementsymbol
- K (Ordnungszahl 19)
- Einordnung
- Mengenelement, Elektrolyt
- Schätzwert DGE, Erwachsene
- 4000 mg pro Tag; Stillende 4400 mg
- BfR-Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln
- 500 mg pro Tagesdosis
- EFSA-Obergrenze (UL)
- keine festgelegt (Datenlage nicht ausreichend)
39,1 mg Kalium entsprechen 1 mmol Kalium.
Kalium (Symbol K, vom lateinischen kalium) ist ein Alkalimetall. Im Körper liegt es als einfach positiv geladenes Ion vor und ist das häufigste positiv geladene Teilchen innerhalb der Zellen. Natrium ist sein Gegenspieler außerhalb der Zellen. Die DGE zählt Kalium gemeinsam mit Natrium und Chlorid zu den wichtigsten Elektrolyten des Körpers.
Wofür der Körper Kalium braucht
Zellen pumpen ständig Kalium hinein und Natrium hinaus. Das so entstehende Konzentrationsgefälle ist die Grundlage für:
- die elektrische Spannung an der Zellmembran, ohne die Nerven keine Signale leiten und Muskeln sich nicht zusammenziehen könnten
- den Herzrhythmus: Schon kleine Abweichungen des Kaliumspiegels im Blut können Herzrhythmusstörungen auslösen
- die Verteilung des Wassers zwischen Zellen und Umgebung
- das Säure-Basen-Gleichgewicht
Wie viel Kalium am Tag?
Die DGE gibt für Erwachsene einen Schätzwert von 4000 mg pro Tag an, für Stillende 4400 mg. Ein Schätzwert wird verwendet, wenn der genaue Bedarf nicht experimentell bestimmt werden kann.
| Personengruppe | Schätzwert pro Tag |
|---|---|
| Erwachsene ab 19 Jahren | 4000 mg |
| Schwangere | 4000 mg |
| Stillende | 4400 mg |
Quelle: DGE, Referenzwerte Kalium, Stand der Ableitung 2016.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen in ihrer Leitlinie von 2012 eine Kaliumzufuhr von mindestens 90 mmol pro Tag, das entspricht etwa 3500 mg, um den Blutdruck günstig zu beeinflussen. Die WHO verbindet diese Empfehlung mit dem Rat, weniger Kochsalz zu essen.
Lebensmittel mit viel Kalium
Kalium ist in fast allen unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die DGE nennt als Beispiele Gemüse und Obst wie Aprikosen, Bananen, Karotten, Kohlrabi und Tomaten sowie Nüsse und einige Mehlsorten wie Dinkel- und Roggenmehl. Hinzu kommen Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Trockenobst.
Zwei praktische Hinweise:
- Kalium ist wasserlöslich. Beim Kochen in viel Wasser geht ein Teil ins Kochwasser über. Dämpfen oder die Weiterverwendung des Kochwassers erhalten mehr.
- Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viel Natrium und vergleichsweise wenig Kalium. Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten verschiebt das Verhältnis automatisch in die günstige Richtung.
Kaliummangel: meist nicht die Ernährung
Ein Kaliummangel nur durch zu wenig Kalium im Essen ist laut DGE selten. Viel häufiger entsteht er durch Verluste:
- anhaltendes Erbrechen oder chronische Durchfälle
- häufiger Gebrauch von Abführmitteln
- bestimmte harntreibende Medikamente (Diuretika)
Ein niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie) kann Muskelschwäche, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen verursachen. Weil die Ursachen meist medizinisch sind, gehört er in ärztliche Behandlung. Kaliumpräparate zum Ausgleich eines Mangels sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden, weil sowohl zu wenig als auch zu viel Kalium das Herz gefährdet.
Zu viel Kalium: wer aufpassen muss
Bei gesunden Nieren ist eine schädliche Kaliumzufuhr aus normalen Lebensmitteln sehr unwahrscheinlich, weil die Nieren Überschüsse ausscheiden. Die EFSA konnte für Kalium keine tolerierbare Obergrenze festlegen; das Risiko bei Zufuhren aus Lebensmitteln von bis zu 5000 bis 6000 mg pro Tag schätzt sie für gesunde Erwachsene als gering ein.
Anders sieht es aus, wenn die Nieren Kalium schlechter ausscheiden. Das NIH ODS weist darauf hin, dass bei chronischer Nierenerkrankung oder unter bestimmten Medikamenten wie ACE-Hemmern oder kaliumsparenden Diuretika schon normale Kaliummengen aus der Nahrung zu einem gefährlich hohen Blutkaliumspiegel (Hyperkaliämie) führen können. Diese Menschen sollten auch bei Kochsalzersatz vorsichtig sein, denn „Diätsalze" bestehen oft zum großen Teil aus Kaliumchlorid.
Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR wegen der Datenlücken eine Höchstmenge von 500 mg Kalium pro Tagesdosis vor.
Kurz zusammengefasst
- Kalium ist der wichtigste Elektrolyt in den Zellen und steuert Nerven, Muskeln und Herzrhythmus mit.
- Der Schätzwert der DGE liegt für Erwachsene bei 4000 mg pro Tag.
- Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Nüsse liefern reichlich Kalium.
- Ein Mangel entsteht meist durch Verluste, etwa bei Durchfall, Erbrechen oder unter Diuretika.
- Bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Blutdruckmedikamenten kann zu viel Kalium gefährlich werden.
Kalium wird oft zusammen mit Magnesium genannt, beide haben aber unterschiedliche Aufgaben. Warum „Mineralstoffe" in der Ernährung und „Mineralien" in der Geologie nicht dasselbe sind, erklärt der Beitrag Mineralstoff oder Mineral?.
Quellen
- DGE: Referenzwerte Kalium (öffnet in neuem Tab) Schätzwert 4000 mg (Stand Ableitung 2016), Lebensmittel, Ursachen eines Mangels
- BfR: Höchstmengenvorschläge für Kalium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (öffnet in neuem Tab)
- EFSA: Overview on Tolerable Upper Intake Levels (Version 11, 2025) (öffnet in neuem Tab)
- NIH Office of Dietary Supplements: Potassium, Fact Sheet for Health Professionals (öffnet in neuem Tab) Risiko bei Nierenerkrankung und bestimmten Medikamenten
- WHO (2012): Guideline. Potassium intake for adults and children (öffnet in neuem Tab)