Mineralogie und Kristalle
Fluorit: das Mineral, nach dem die Fluoreszenz benannt ist
Fluorit gibt es in fast allen Farben, oft in einem einzigen Kristall. Unter UV-Licht leuchten viele Stücke. Der Name erinnert an seine frühere Verwendung als Flussmittel beim Schmelzen von Erzen.
Steckbrief Fluorit
- Chemische Formel
- CaF2 (Calciumfluorid)
- Mineralklasse
- Halogenide
- Kristallsystem
- kubisch
- Mohshärte
- 4 (Referenzmineral der Mohs-Skala)
- Dichte
- etwa 3,18 g/cm³
- Spaltbarkeit
- vollkommen nach dem Oktaeder, in vier Richtungen
- Glanz und Strich
- Glasglanz; Strich weiß
Fluorit, bergmännisch Flussspat, ist Calciumfluorid: CaF₂. Der Name geht laut Handbook of Mineralogy auf das lateinische Wort für „fließen" zurück und spielt auf den niedrigen Schmelzpunkt an. Hüttenleute gaben Fluorit beim Verhütten von Erzen als Flussmittel zu, damit die Schlacke leichter fließt. Daher auch der deutsche Name.
Woran man Fluorit erkennt
- Würfel und Oktaeder: Fluorit kristallisiert kubisch. Am häufigsten sind Würfel, oft mit Durchdringungszwillingen, seltener Oktaeder.
- Härte 4: Fluorit ist das Referenzmineral für Stufe 4 der Mohs-Härteskala. Ein Messer ritzt ihn, eine Kupfermünze nicht.
- Oktaedrische Spaltbarkeit: Fluorit spaltet in vier Richtungen. Ecken eines Würfels lassen sich deshalb sauber abspalten; mit Geduld entsteht aus einem Würfel ein Oktaeder. Viele „Fluorit-Oktaeder" im Handel sind auf diese Weise gespalten, nicht gewachsen.
- Farbenvielfalt: violett, grün, blau, gelb, rosa, farblos, häufig in Zonen innerhalb eines Kristalls. Die Farben gehen meist auf Gitterfehler und Spuren von Fremdatomen zurück, nicht auf die Grundsubstanz.
Fluorit oder Calcit?
| Merkmal | Fluorit | Calcit |
|---|---|---|
| Härte | 4: von der Kupfermünze nicht ritzbar | 3: von der Kupfermünze ritzbar |
| Spaltstücke | Oktaeder, Dreiecksflächen an Ecken | schiefe Rhomboeder |
| Verdünnte Salzsäure | keine Reaktion | braust auf |
| Doppelbrechung | keine | sehr stark |
Gegenüber Quarz ist Fluorit deutlich weicher und spaltet sauber; Quarz ritzt Fluorit mühelos.
Fluoreszenz: der Name kommt vom Mineral
Viele Fluorite leuchten unter ultraviolettem Licht, häufig blau oder violett, manchmal auch grün, gelb oder rot. Laut Handbook of Mineralogy können einzelne Stücke auch nachleuchten, beim Erwärmen leuchten oder beim Reiben Lichtblitze zeigen. Das Phänomen wurde im 19. Jahrhundert an Fluorit untersucht, und der Begriff Fluoreszenz ist nach dem Mineral benannt.
Ob und wie ein Fluorit leuchtet, hängt von Spuren bestimmter Fremdelemente im Kristallgitter ab. Deshalb unterscheiden sich Stücke verschiedener Fundorte oft deutlich.
Verwendung
Fluorit ist der wichtigste Rohstoff für Fluor und Flusssäure, aus denen unter anderem Fluorkunststoffe und Fluorverbindungen für die Aluminium- und Stahlherstellung entstehen. Sehr reiner, synthetisch gezüchteter Fluorit wird für hochwertige Optiken verwendet, weil er Licht kaum farbig zerlegt.
Ist Fluorit giftig?
Als fester Kristall in der Sammlung ist Fluorit unbedenklich. Calciumfluorid ist schwer wasserlöslich. Fluorit sollte trotzdem nicht in Trinkwasser eingelegt, zermahlen oder eingenommen werden, und beim Schleifen oder Zersägen entstehender Staub sollte nicht eingeatmet werden. Mit dem Spurenelement Fluorid, das in Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz zur Kariesvorbeugung eingesetzt wird, hat ein Sammlerstück nichts zu tun.
Kurz zusammengefasst
- Fluorit ist CaF₂, kubisch, mit der Härte 4 und vollkommener oktaedrischer Spaltbarkeit.
- Er zeigt eine enorme Farbvielfalt und fluoresziert oft unter UV-Licht; der Begriff Fluoreszenz stammt von ihm.
- Der Name Flussspat erinnert an die Verwendung als Flussmittel in der Metallverhüttung.
- Fluorit braust nicht mit Salzsäure und ist härter als Calcit.
Warum Fluorit Würfel bildet und Calcit Rhomboeder, erklärt der Beitrag über Kristallsysteme.
Quellen
- Handbook of Mineralogy: Fluorite (öffnet in neuem Tab) Kristalldaten, Härte, Dichte, Spaltbarkeit, Fluoreszenz, Namensherkunft
- Handbook of Mineralogy: Calcite (zum Vergleich) (öffnet in neuem Tab)