Mineralogie und Kristalle

Pyrit: Katzengold erkennen und von Gold unterscheiden

Pyrit glänzt messinggelb und bildet oft perfekte Würfel. Mit Gold hat er außer der Farbe wenig gemeinsam. Härte, Strich und Gewicht verraten ihn sofort.

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Einzelner Pyritwürfel mit metallisch glänzenden, fein gestreiften Flächen vor dunklem Hintergrund
Pyritwürfel aus Navajún, La Rioja, Spanien; Kantenlänge etwa 4 cm. Gut sichtbar ist die feine Streifung der Flächen. Foto: Didier Descouens (Wikimedia Commons, öffnet in neuem Tab), CC BY-SA 4.0 (Lizenztext, öffnet in neuem Tab)

Steckbrief Pyrit

Chemische Formel
FeS2 (Eisendisulfid)
Mineralklasse
Sulfide
Kristallsystem
kubisch
Mohshärte
6 bis 6,5
Dichte
etwa 5,0 g/cm³
Glanz und Strich
Metallglanz; Strich grünlich- bis bräunlich-schwarz
Spaltbarkeit und Bruch
undeutlich; muscheliger bis unebener Bruch, spröde

Pyrit ist das häufigste Sulfidmineral der Erdkruste. Chemisch ist er Eisendisulfid, FeS₂. Sein Name kommt laut Handbook of Mineralogy vom griechischen Wort für Feuer, weil beim Anschlagen mit Stahl Funken sprühen. Im Deutschen heißt er auch Schwefelkies oder, wegen der goldähnlichen Farbe, Katzengold. Der Beiname geht auf die Vorstellung von „falschem" Gold zurück; ähnlich wird im Englischen von fool's gold gesprochen.

Kristallform: Würfel, Pentagondodekaeder, Oktaeder

Pyrit kristallisiert im kubischen Kristallsystem. Er bildet häufig scharfkantige Würfel, die aussehen, als wären sie geschliffen. Daneben kommen Pentagondodekaeder vor, Körper aus zwölf Fünfecken, die nach dem Mineral auch Pyritoeder heißen, sowie Oktaeder und Kombinationen dieser Formen. Typisch sind feine parallele Streifen auf den Würfelflächen, die auf benachbarten Flächen jeweils quer zueinander verlaufen. Sie verraten, dass die Symmetrie des Pyrits niedriger ist als die eines perfekten Würfels. Mehr dazu im Beitrag über Kristallsysteme.

Bekannt sind die nahezu perfekten Pyritwürfel aus dem Mergel von Navajún in der spanischen Provinz La Rioja.

Pyrit oder Gold? Fünf Tests

MerkmalPyritGold
Farbeblass messinggelbsattes Goldgelb
Strich auf unglasiertem Porzellangrünlich- bis bräunlich-schwarzgoldgelb
Härte (Mohs)6 bis 6,5: lässt sich nicht mit dem Messer ritzen2,5 bis 3: weich, mit der Messerspitze eindrückbar
Verhalten beim Draufdrückenspröde, zerbricht in Splitterverformbar, lässt sich biegen und plattdrücken
Dichteetwa 5,0 g/cm³etwa 19,3 g/cm³, also fast viermal so schwer

Werte nach dem Handbook of Mineralogy.

Der zuverlässigste Test ohne Hilfsmittel ist der Strich: Man reibt das Stück über die raue Rückseite einer Fliese. Pyrit hinterlässt einen dunklen, fast schwarzen Strich, Gold einen goldgelben. Wer kein Porzellan zur Hand hat, prüft die Härte: Eine Stahlklinge gleitet über Pyrit hinweg, während sie in Gold eine Kerbe hinterlässt.

Kleine Goldflitter in Flusssand verhalten sich zudem anders als Pyrit: Sie behalten auch im Schatten ihre Farbe, während Pyritkörnchen je nach Lichteinfall aufblitzen und dunkel wirken.

Weitere Doppelgänger

  • Chalkopyrit (Kupferkies), CuFeS₂: kräftiger gelb, oft bunt angelaufen, mit Härte 3,5 bis 4 deutlich weicher als Pyrit. Kristallisiert tetragonal.
  • Markasit, ebenfalls FeS₂: chemisch identisch, aber mit anderem Kristallgitter (orthorhombisch). Er ist heller, oft grünlich gelb, bildet speer- oder hahnenkammartige Kristalle und zerfällt an feuchter Luft leichter. Zwei Minerale mit gleicher Formel und unterschiedlicher Struktur nennt man polymorph.

Entstehung und Vorkommen

Pyrit bildet sich überall dort, wo Eisen und Schwefel unter Sauerstoffmangel zusammentreffen: in heißen Erzlösungen, in vulkanischen Gesteinen, aber auch in Schlamm und Tonen am Meeresboden, wo Bakterien Sulfat zu Schwefelwasserstoff umsetzen. In Fossilienfundstellen ersetzt Pyrit manchmal Schalen und Gewebe, und es entstehen golden glänzende Ammoniten.

Pyritzerfall: ein Problem für Sammlungen

Pyrit und vor allem Markasit können in feuchter Luft oxidieren. Dabei entstehen Eisensulfate und Schwefelsäure, die Stücke zerbröseln lassen und Etiketten sowie Schachteln angreifen. Ein weißlicher oder gelblicher Belag und ein schwefliger Geruch sind Warnzeichen. Sammlerinnen und Sammler bewahren Pyrit deshalb trocken auf und kontrollieren ihre Stücke regelmäßig.

Kein Eisenlieferant für den Körper

Pyrit enthält zwar Eisen, ist aber weder Lebensmittel noch Nahrungsergänzung. Das Eisen ist fest im Kristallgitter gebunden; es ist für den Körper nicht verfügbar, und Pyrit gehört nicht in den Mund oder in Trinkwasser. Wie der Körper Eisen aus der Nahrung aufnimmt, erklärt der Beitrag über Eisen und Eisenmangel.

Kurz zusammengefasst

  • Pyrit ist FeS₂, kubisch, mit der Härte 6 bis 6,5 und einem schwarzen Strich.
  • Gold ist weich, verformbar, sehr schwer und hat einen goldgelben Strich.
  • Markasit hat dieselbe Formel, aber eine andere Kristallstruktur.
  • Pyrit kann in feuchter Luft zerfallen und sollte trocken gelagert werden.

Wie man Härte mit einfachen Mitteln prüft, zeigt der Beitrag über die Mohs-Härteskala.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Pyrite (öffnet in neuem Tab) Kristalldaten, Härte, Dichte, Strich, Namensherkunft
  2. Handbook of Mineralogy: Gold (öffnet in neuem Tab)
  3. Handbook of Mineralogy: Chalcopyrite (öffnet in neuem Tab)
  4. Handbook of Mineralogy: Marcasite (öffnet in neuem Tab)