Mineralogie und Kristalle
Achat: Bänder aus Quarz in einem alten Hohlraum
Achat ist eine gebänderte Varietät von Chalcedon, also von mikrokristallinem Quarz. Er entsteht, wenn sich in einem Hohlraum im Gestein Schicht für Schicht Kieselsäure abscheidet. Leuchtende Farben wie Kobaltblau oder Pink sind fast immer künstlich gefärbt.
Steckbrief Achat
- Mineral
- Quarz (gebänderter Chalcedon, mikrokristallin)
- Chemische Formel
- SiO2
- Mohshärte
- um 7, etwas geringer als bei grobem Quarz
- Dichte
- etwa 2,59 bis 2,63 g/cm³ (derber Quarz)
- Bruch
- muschelig, keine Spaltbarkeit
- Typische Form
- Mandeln und Drusen in Hohlräumen, oft in vulkanischem Gestein
Härte und Dichte nach den Angaben für mikrokristallinen, derben Quarz im Handbook of Mineralogy.
Achat ist eine Varietät des Minerals Quarz. Er besteht aus Chalcedon, einer Form von Quarz, deren Kristalle so klein sind, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennt. Typisch für Achat sind feine, oft konzentrische Bänder, die beim Aufschneiden einer Achatknolle sichtbar werden. Natürliche Achate sind meist grau, weiß, bräunlich, rötlich oder blassblau. Grelle Farben gehen fast immer auf künstliche Färbung zurück.
Herkunft des Namens
Den Namen gab der griechische Naturforscher Theophrastos in der Antike. Er benannte den Stein nach dem Fluss Achates auf Sizilien, dem heutigen Dirillo, in dem Achate in großer Menge gefunden wurden. Als Schmuck- und Siegelstein ist Achat seit Jahrtausenden in Gebrauch; im Alten Ägypten wurden bereits um 1000 vor Christus Siegelzylinder, Ringe und Gefäße daraus gefertigt.
Wie Achat entsteht
Achate bilden sich in Hohlräumen im Gestein. Am häufigsten sind das Gasblasen in Lava: Die Gase konnten aus dem erkaltenden Lavastrom nicht entweichen und hinterließen rundliche oder mandelförmige Hohlräume, sowohl in Basalt als auch in kieselsäurereichen Vulkaniten wie Rhyolith. Später drang kieselsäurehaltiges Wasser ein, und an den Wänden schied sich Lage um Lage Chalcedon ab, von außen nach innen.
- Ist der Hohlraum vollständig gefüllt, spricht man von einer Achatmandel.
- Bleibt innen ein Hohlraum, ist es eine Druse; dort wachsen oft Bergkristall oder Amethyst.
Nach heutigem Stand entstehen Achate bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von höchstens etwa 200 °C, also nicht aus der glutflüssigen Schmelze. Das passt dazu, dass man Achate auch in Spalten von Sedimentgesteinen und sogar in versteinertem Holz findet. Warum die Bänderung so regelmäßig ausfällt, beschäftigt die Mineralogie seit rund 200 Jahren; eine einzige, allgemein akzeptierte Erklärung gibt es nicht. Die einzelnen Lagen können extrem dünn sein, oft liegen mehrere Hundert auf einem Millimeter.
Weil Quarz gegen Verwitterung sehr beständig ist, bleiben Achate erhalten, wenn das umgebende Gestein längst zerfallen ist. Man findet sie deshalb auch als Knollen in Flussschottern und Kiesgruben.
Farben und Muster
Die natürlichen Farben stammen meist von geringen Mengen Eisen- und Manganverbindungen zwischen den Chalcedonlagen. Die Muster haben vielen Varietäten ihren Namen gegeben, die teils auch Handelsnamen sind:
| Varietät | Kennzeichen |
|---|---|
| Lagenachat | mehrfarbige, nahezu parallele Bänder |
| Moosachat | klarer bis milchiger Chalcedon mit grünen bis schwarzgrünen, verästelten Einlagerungen |
| Feuerachat | traubiger Achat mit Eisenoxid-Häutchen, die irisierend schimmern |
| Onyx und Sardonyx | schwarz-weiße beziehungsweise braun-weiße Lagen; im Handel meist gefärbt |
| Karneol | orange bis rot; ebenfalls oft gefärbt |
Woran man gefärbten Achat erkennt
Achat lässt sich gut färben, weil manche seiner Lagen porös sind und Flüssigkeit aufnehmen, andere nicht. Das ist seit der Antike bekannt und wird in Idar-Oberstein seit dem frühen 19. Jahrhundert im großen Stil betrieben. Die meisten Onyxe im Handel entstehen so: Der Stein wird in Zuckerlösung getränkt und anschließend in Schwefelsäure erhitzt, wodurch der Zucker in den porösen Lagen schwarz verkohlt.
- Kräftiges Kobaltblau, Magenta, Violett oder Pink kommt bei natürlichem Achat nicht vor. Solche Scheiben und Trommelsteine sind sicher gefärbt.
- Wurde ein Achat in natürlich vorkommenden Farbtönen nachgefärbt, ist das nur unter dem Mikroskop zu erkennen.
- Eine Pflicht, gefärbten Achat als solchen zu kennzeichnen, besteht laut Wikipedia nicht. Fragen kostet nichts; seriöse Händler nennen die Behandlung von sich aus. Mehr dazu im Beitrag über Mineralienbörsen.
Daneben gibt es Imitationen aus Glas, die Achatmuster nachahmen. Sie sind weicher als Quarz und lassen sich von einer Quarzspitze ritzen.
Wo man Achat findet
Achat ist weltweit verbreitet. Bedeutende Fundgebiete sind laut Wikipedia unter anderem:
- Brasilien (Rio Grande do Sul, Minas Gerais) und Uruguay (Artigas), die Hauptlieferanten für Schmuck und Scheiben
- Mexiko, Argentinien, Botswana, Indien (Dekkan-Plateau) und Australien
- in Deutschland vor allem das Saar-Nahe-Becken um Idar-Oberstein und Freisen mit über hundert dokumentierten Achat- und Jaspis-Fundstellen, außerdem Fundorte in Sachsen, Thüringen, im Schwarzwald und in der Pfalz
Wer selbst sucht, braucht in Steinbrüchen und auf Privatgrund eine Erlaubnis. Einen Einstieg bieten Mineralienvereine und Börsen.
Verwendung: Schmuck, Mörser und Trommelsteine
Achat wird seit jeher zu Gemmen, Kameen und Siegelringen geschnitten und zu Armbändern, Ketten und Anhängern verarbeitet, oft als glatt geschliffener Cabochon oder als Trommelstein. Aufgeschnittene, polierte Achatscheiben sind beliebte Sammler- und Dekorationsobjekte.
Wegen seiner Härte und chemischen Beständigkeit hat Achat auch technische Bedeutung: Achatmörser werden im Labor verwendet, um Proben ohne Verunreinigung fein zu zerreiben, und Vergolder polieren Blattgold mit Achatsteinen.
Pflege
Mit einer Härte um 7 ist Achat im Alltag robust; laut Wikipedia reagiert er weder auf Wasser noch auf Sonnenlicht. Zum Reinigen reichen lauwarmes Wasser und ein weiches Tuch. Bei gefärbten oder geklebten Stücken ist Zurückhaltung mit scharfen Reinigungsmitteln sinnvoll, da Behandlung und Kleber empfindlicher sind als der Stein selbst.
Bedeutung, Wirkung und Sternzeichen
Achat gehört zu den Steinen mit der längsten Symbolgeschichte. Im Alten Testament steht er im Brustschild des Hohepriesters für einen der zwölf Stämme Israels. Hildegard von Bingen beschrieb ihn im Mittelalter als Heilstein. In der heutigen Esoterik werden Achat Eigenschaften wie Stabilität, Ausgeglichenheit oder Schutz zugeschrieben, und er wird Sternzeichen und Chakren zugeordnet.
Eine Wirkung auf Gesundheit oder Befinden ist wissenschaftlich nicht belegt. Das gilt für Achat ebenso wie für andere Steine; mehr dazu im Beitrag Heilsteine: Was ist belegt?.
Kurz zusammengefasst
- Achat ist gebänderter Chalcedon, also mikrokristalliner Quarz (SiO₂), Härte um 7.
- Er entsteht bei niedrigen Temperaturen in Hohlräumen, meist in vulkanischem Gestein, Lage für Lage von außen nach innen.
- Natürliche Farben sind gedeckt; Kobaltblau, Magenta oder Pink bedeuten Färbung.
- Die wichtigsten Lieferländer sind Brasilien und Uruguay; in Deutschland ist das Saar-Nahe-Becken um Idar-Oberstein bekannt.
- Achat ist ein bewährter Schmuck- und Werkstein; eine Heilwirkung ist nicht belegt.
Quellen
- Handbook of Mineralogy: Quartz (öffnet in neuem Tab) Chalcedon als mikrokristalliner Quarz, Härte 7, Dichte derb 2,59 bis 2,63
- Wikipedia: Achat (öffnet in neuem Tab) Definition, Namensherkunft, Bildung, Varietäten, Fundorte, Färben, Verwendung, Esoterik